Ich bemale meine Haut mit Asche,
Weiß, so weiß wie der Schnee…

Trage die Farbe gleichmäßig auf,
Lasse keine Pore unbedeckt.
Ich nehme einen abgenutzten Lippenstift,
Rot, so rot wie das Blut…

Streiche ihn langsam auf meine Zähne,
Sehe mich dabei im Spiegel lächeln.
Ich wühle ein Stück Kohle aus dem Kamin,
Schwarz, so schwarz wie die Nacht…

Reibe sie dick auf meine Lippen,
Werfe meinem Spiegelbild einen Kussmund zu.
Ich verziere meinen Körper mit Perlen,
Schimmernd und zart wie die See…

Gehe barfuss durch das Eismeer meines Gartens,
Denn heute Nacht bin ich deine Königin.

Sybille Lengauer